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Ein abgestürzter Astronaut bietet der 71-jährigen Thea die Möglichkeit, noch einmal etwas zu erleben und die Enge ihrer Kleinstadtidylle gegen die unendliche Weite des Weltraumes zu tauschen.

Hintergrundgedanken

Sie hielten sich meist bescheiden und gemächlich im Hintergrund, mieden den grossen Trubel und das Rampenlicht. Doch sie hatten immer alles unter Kontrolle und im wachsamen Auge. Ihre eigenen Leben hatten sie dabei oft gänzlich der eigenen Familie untergeordnet. Sie sind die unbesungenen Helden, vor denen wir uns nun augenzwinkernd mit Der späte Vogel tief verbeugen wollen: Unser aller Großmütter. Als eine der womöglich letzten Jahrgänge mussten sie viel zurückstecken, hatten gar nie die Möglichkeit einfach studieren zu gehen, durch die Welt zu ziehen oder sich selbst zu finden. Dabei steht ihnen dieser Weg genauso wie jedem anderen zu, ohne dafür Kopfschütteln oder Unverständnis zu ernten.

Die Geschichten unserer eigenen Großmütter haben es bewiesen. Auch im Alter kann man noch aus dem Alltag ausbrechen, eine neue Liebe finden oder weite Reisen unternehmen. Diese Beobachtungen flechten wir nun in einer Erzählung zusammen über späte Emanzipation, über ein erneutes Coming Of Age. Besser spät als nie, denn der Tod kommt schon noch früh genug. Und bis er dann mal da ist, will das Leben noch einmal in vollen Zügen gelebt werden!

Durch den Absturz einer Raumkapsel nahe ihres Wäldchen geben wir Theas aufblühenden Wünschen nach Abenteuer, Veränderung und Freiheit ein Sinnbild. Wir sehen die Science-Fiction Elemente dabei als größtmöglichen Gegensatz zur heimatlichen Enge, die unsere Protagonistin von innen aushöhlt. Die technische Komponente dieser fremden Welt unterstreicht außerdem ihre Faszination für das Unbekannte und fordert ihre Risikobereitschaft heraus, bis Thea den Ausbruch aus dem Schutz der Gewohnheit wagt und dafür mit dem atemberaubenden Blick auf die Erde belohnt wird.

Orientiert am schwarzen Geist der Filme von Wes Anderson oder der Coen Brüder, in denen nicht selten „dysfunctional families“ im Blickpunkt stehen, wollen wir unserem Film einen ganz eigenen Ton verleihen, der vor humorvollen Momenten nicht zurückschreckt. Denn nicht jedem Drama ist mit mehr Drama weiter geholfen.